Baugrunduntersuchung und Kampfmittelsondierung für den Neubau des Umspannwerks Netze-West
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Als zuständiger Übertragungsnetzbetreiber plant die TenneT TSO GmbH
den Neubau eines Umspannwerks in Waldeck-Netze
Projektbeschreibung
Als Übertragungsnetzbetreiber ist die TenneT TSO GmbH in der Region verantwortlich für den Betrieb und bedarfsgerechten Ausbau des Stromnetzes und der Umspannwerke auf der Höchstspannungsebene.
Als Grundlage für die Planung des neuen Umspannwerks Netze-West und um später einen zügigen Bauablauf zu gewährleisten, werden im Vorfeld notwendige Baugrunduntersuchungen durchgeführt.
Inhalte der Baugrunduntersuchung
Im Zuge der weiteren Planungen lässt TenneT Germany eine Baugrunduntersuchung durchführen. Die angekündigten Untersuchungen umfassen neben der Kampfmittelsondierung auch sogenannte Kleinrammbohrungen, schwere Rammbohrungen und an ausgewählten Standorten auch Tieframmbohrungen.
Art und Umfang der Untersuchung
Die angekündigten Maßnahmen beinhalten:
• Begehung und Befahrung einzelner Grundstücke
• Kampfmittelsondierung der Bohrpunkte
• Untersuchungsprogramm: DPH (Dynamische Sondierung Schwer), KRB (Kleinrammbohrung) und CPT (Cone Penetration Test)
• Nutzung als vorübergehende Abstellfläche für die Dauer der Arbeiten, um beispielsweise erforderliche Geräte, Fahrzeuge,
Werkzeuge und Materialien an- und abzutransportieren.
Zur Beweissicherung und zur Vorbereitung weiterer Arbeiten wird der Ausgangs- und Endzustand der zu betretenden Flächen fotodokumentarisch festgehalten.
Zur Sondierung von Kampfmitteln werden Hierfür wird ein Sondiergerät verwendet.
Beim DPH-Verfahren wird eine schwere Fallmasse wiederholt auf eine Eindringsonde geschlagen, wodurch anhand der Eindringtiefe Aussagen zur Bodenfestigkeit möglich sind. Die Bohrtiefe kann bei Bedarf bis ca. 10 Meter erfolgen.
Bei der Kleinrammbohrung wird ein schlankes Bohrgestänge mit einem leichten Fallgewicht in den Boden eingerammt, um ein einfache Bodenaufschlüsse zu gewinnen. Der Durchmesser liegt bei 50 mm und die Bohrtiefe kann bei Bedarf bi ca. 10 Meter erfolgen.
Bei CPT wird ein konischer Sondenkopf, Durchmessen 36-50 mm, kontinuierlich in den Boden gedrückt, während Spitzendruck, Mantelreibung und gegebenenfalls Porenwasserdruck gemessen werden. Die Sondiertiefe kann bei Bedarf bis ca. 20 Meter erfolgen.
Zur Baugrunduntersuchung wird ein Raupensondiergerät sowie ein Bohrgerät (KB 25) zum Einsatz kommen.
Die verschiedenen Bohrungen ermöglichen z.B. die Entnahme von Bodenproben und die Aufnahme der Bodenhorizonte. Außerdem können die Lagerungsdichte der Bodenschichten ermittelt sowie tieferliegende Gesteinsschichten und die Konsistenz des Bodens erkundet werden.
Die Sondierungsraupen für DPH, KRB und CPT werden auf möglichst befestigten Wegen zum Einsatzort gebracht. Die Begleitfahrzeuge verbleiben während der Erkundungsarbeiten am Feld- oder Wegesrand. Abseits der Wege erfolgt die Zuwegung zu den einzelnen Bohrpunkten über Vegetationsflächen in der Regel über die kürzeste Distanz nur mittels Kettenfahrzeugen. Auch die Bewirtschaftungsrichtung wird, wenn möglich, berücksichtigt.
Beauftragte Firmen und Umsetzung
TenneT Germany hat für die Kampfmittelsondierung die Firma KSU Kampfmittelsondierung GmbH & Co. KG (Sahlkamp 149, 30179 Hannover) beauftragt. Die Baugrunduntersuchungen übernimmt die Firma GTC Nord GmbH & Co. KG (Voltmerstraße 75 D, 30165 Hannover).
Zeitraum der Bohrungen
Der zu untersuchende Baugrund umfasst das geplante Umspannwerk. Das Untersuchungsprogramm beginnt voraussichtlich am 16. Februar und soll spätestens am 29. Mai abgeschlossen sein. Die einzelnen Sondierungs- und Bohrmaßnahmen dauern je nach Art des Untersuchungsprogramms und der Beschaffenheit des Untergrunds einen halben Tag bis maximal drei Tage. Die Arbeiten finden in der Regel montags bis freitags zwischen 7:00 und 18:00 Uhr statt. Der genaue zeitliche Ablauf der hängt auch von äußeren Umständen ab, beispielsweise von örtlichen Gegebenheiten, den Witterungsverhältnisse un dem Sondierungsfortschritt. Deshalb sind zeitliche Verschiebungen innerhalb der genannten Zeiträume und eventuell auch darüber hinaus möglich.
Nutzung von Grundstücken
Für die Arbeiten müssen private Grundstücke sowie das öffentliche Wegenetz bzw. landwirtschaftliche Wege betreten und befahren sowie vorübergeh-ende Arbeits- und Abstellflächen eingerichtet werden. Bei Kampfmittelverdacht erfolgt vor der Durchführung der Untersuchung eine Freimessung durch einen Feuerwerker nach § 20 SprengG.
Bei diesen Arbeiten kommt es selten zu nennenswerten Flurschäden. Dennoch sind diese nicht auszuschließen. Die von den geplanten Bohrungen betroffenen Den konkreten Untersuchungsraum und die Flurstücksliste entnehmen Sie bitte dem Anhang.
Gesetzliche Grundlage
Die Berechtigung zur Durchführung der Vorarbeiten ergibt sich aus § 44 Absatz 1 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Mit einer ortsüblichen Bekanntmachung werden den Eigentümern und sonstigen Nutzungsberechtigten die Vorarbeiten als Maßnahme gemäß § 44 Absatz 2 Satz 1 EnWG mitgeteilt.
Entschädigung möglicher Flurschäden und Fotoarbeiten
Zur Beweissicherung und zur Vorbereitung weiterer Arbeiten wird der Ausgangs- und Endzustandes der zu betretenden Flächen fotodokumentarisch unter anderem auch mittels Drohnenüberflug festgehalten. Dadurch wird eine objektive Beurteilung und angemessene Entschädigung von möglichen Flurschäden gewährleistet.
Mitarbeitende der TenneT Germany gehen nach Abschluss der Bohrarbeiten aktiv auf die Betroffenen zu und suchen dann gemeinsam nach einvernehmlichen Lösungen.
Bei Fragen sind wir gern für Sie da!
Bitte wenden Sie sich dafür an
Dr. Marco Bräuer Tel.: + 49 177 3473896 E-Mail: marco.braeuer@tennet.eu