Waldeigentümer gestalten den Wald der Zukunft
PRESSEMITTEILUNG 3/2026
Friedrichsdorf, 19. Juni 2026
Hessischer Waldbesitzerverband setzt auf Multifunktionalität, Kooperation und wirtschaftlich starke Forstbetriebe
Die privaten und kommunalen Waldeigentümer gestalten den Wald der Zukunft aktiv mit. Diese Botschaft stand im Mittelpunkt der Generalversammlung des Hessischen Waldbesitzerverbandes am 17. Juni am Rande des Hessentags in Fulda. Verbandspräsident Carl Anton Fürst zu Waldeck dankte Ministerpräsident Boris Rhein und Forstminister Ingmar Jung für die enge Zusammenarbeit und die klare Anerkennung der Leistungen der Waldeigentümer.
„Nachhaltige Forstwirtschaft heißt, Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes zusammenzudenken“, sagte Fürst Waldeck. Klimaresilienz der Wälder, Biodiversität und Rohstoffversorgung seien für Waldbesitzer Teil derselben Aufgabe. Entscheidend sei, dass politische Ziele wissenschaftlich fundiert, praktisch umsetzbar sowie rechtlich und wirtschaftlich tragfähig erreicht würden. „Naturschutz mit den Eigentümern muss der Maßstab sein. Kooperation, Vertragsnaturschutz und Beteiligung auf Augenhöhe schaffen bessere Ergebnisse als pauschales Ordnungsrecht.“
Der Verband begrüßte die Aussagen in der Rede des Hessischen Ministerpräsidenten, Boris Rhein, vor der Generalversammlung, unterstützt durch Forstminister Ingmar Jung, den Waldumbau gemeinsam mit den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern voranzubringen, Bürokratie abzubauen und die Leistungen des privaten und kommunalen Waldeigentums stärker anzuerkennen. „Mit der Korrektur des Gesetzes über das Schutzgebiet im Grenzgebiet Hessen/Thüringen „Grünes Band“ sowie dem neuen Hessischen Waldgesetz und der überarbeiteten forstlichen Förderrichtlinie zeigt die Landesregierung, dass sie auf Kooperation, Freiwilligkeit und praxistaugliche Lösungen setzt“, so Fürst Waldeck. Das gemeinsam mit dem NABU Hessen erreichte Ergebnis zur Waldweide im neuen Waldgesetz zeige, dass fachlicher Austausch zwischen Forstwirtschaft und Naturschutz zu tragfähigen Lösungen führen könne.
Mit Blick auf die Bundesebene forderte der Verband, die Forstwirtschaft stärker als Teil der Wirtschaft, der regionalen Wertschöpfung und aktiven Zukunftsgestaltung zu behandeln. „Wer den Wald der Zukunft will, muss der Forstwirtschaft ermöglichen, mit der wirtschaftlichen Entwicklung Schritt zu halten. Dafür brauchen Waldeigentümer unternehmerischen Freiraum, funktionierende Märkte und weniger regulatorische Last“, sagte Fürst Waldeck. Gerade die EU-Wiederherstellungsverordnung werfe erhebliche fachliche, rechtliche und wirtschaftliche Fragen auf, solange Freiwilligkeit, Finanzierung, Eigentumsrechte, kommunale Selbstverwaltung und klimaangepasste Bewirtschaftung nicht verlässlich gesichert seien.
Konkrete Ergebnisse erwartet der Verband bei der Verkehrssicherung an Straßen und Schienen. Spätestens seit den Kalamitäten ab 2018 sei sie für viele Waldbesitzer eine der drängendsten Fragen von Haftung, Kostenverteilung und praktischer Entlastung. Der Verband fordert vom zuständigen Verkehrsressort konkrete Lösungen, einen verbindlichen Zeitplan und eine spürbare Entlastung. Die Verkehrssicherung sei ein zentraler Prüfstein dafür, ob angekündigte Entlastung im Wald auch praktisch ankomme.
Die Generalversammlung fasste zudem mehrere einstimmige Beschlüsse, um den Verband personell und finanziell für die Zukunft aufzustellen. Ein neuer Vorstand aus 26 Waldeigentümerinnen und Waldeigentümern aus Privatwald und Kommunalwald wurde gewählt; außerdem wurden die Mitgliedsbeiträge für Gemeinschaftswälder und Kommunalwald an den Beitrag des übrigen Privatwaldes angeglichen.
Kontakt: Christian Raupach, 0172/7803829