Umspannwerk Netze

Veröffentlicht am: 29.09.2026

Bürgermeister Nicolas Havel trägt Perspektive der Nationalparkstadt und des Ortsteils Netze persönlich vor – weitere Planungs- und Genehmigungsschritte bleiben entscheidend

Die Planungen für das neue Umspannwerk in Netze haben einen weiteren Verfahrensschritt genommen. Der Zentralausschuss der Regionalversammlung Nordhessen befasste sich mit der beantragten Abweichung vom Regionalplan und stimmte dem vorliegenden Beschlussvorschlag zu.

Bürgermeister Nicolas Havel nahm an der Beratung teil und brachte die Perspektive der unmittelbar betroffenen Nationalparkstadt Waldeck und insbesondere des Ortsteils Netze persönlich in die Diskussion ein.

„Wir sehen die Notwendigkeit einer leistungsfähigen Netzinfrastruktur. Gleichzeitig reden wir für Netze über ein Infrastrukturprojekt in einer Dimension, die wir vor Ort so bisher nicht erlebt haben. Deshalb müssen neben den technischen und energiewirtschaftlichen Anforderungen auch die Auswirkungen auf die Menschen, die Landwirtschaft, unsere Landschaft und die langfristige Entwicklung unserer Stadt berücksichtigt werden“, erklärt Havel.

Umfangreiche Prüfung – kommunale Belange bleiben wichtig

Seitens der Regionalplanung wurde in der Beratung auf die umfangreichen Prüfunterlagen und die bereits erfolgte Betrachtung unterschiedlicher Belange und Standortvarianten hingewiesen.

Die von der Nationalparkstadt vorgetragenen Belange sollen, soweit sie die nachfolgenden Verfahrensebenen betreffen, in den weiteren Planungs- und Genehmigungsverfahren aufgegriffen und geprüft werden.

Zu den zentralen Anliegen der Stadt gehören insbesondere der Erhalt funktionsfähiger Wirtschaftswege und Bewirtschaftungsstrukturen, eine gute landschaftliche Einbindung, möglichst örtliche Kompensationsmaßnahmen, der Schutz bestehender Siedlungsstrukturen sowie eine geordnete Entwicklung weiterer energiewirtschaftlicher Nutzungen im Umfeld des künftigen Netzknotens.

Auch mit TenneT befindet sich die Stadt hierzu im direkten und konstruktiven Austausch. In den bisherigen Gesprächen wurden neben dem Projektstand auch Standortfragen, Alternativen und die weitere Umsetzung erörtert.

Was bedeutet das Projekt für die Menschen?

Für die Stadt geht es dabei nicht ausschließlich um technische und planerische Fragen.

„Auf dem Papier sprechen wir über einen neuen Netzknoten, Transformatoren, Leitungen und Flächen. Für die Menschen in Netze geht es aber um ihr unmittelbares Lebensumfeld und um die Zukunft ihres Dorfes. Ich erlebe vor Ort viele Fragen, Verunsicherung und auch konkrete Sorgen. Das müssen wir ernst nehmen“, so Havel.

Bei einem Infrastrukturprojekt dieser Größenordnung seien deshalb Transparenz, Verlässlichkeit und ein kontinuierlicher Dialog besonders wichtig. Die Stadt hat gegenüber TenneT deutlich gemacht, dass neben der Verwaltung auch die kommunalen Gremien fortlaufend über wesentliche Entwicklungen informiert werden sollen.

TenneT stellt weiteren Zeitplan dar

Nach dem zuletzt von TenneT gegenüber der Stadt dargestellten Projektstand soll der weitere Genehmigungs- und Verfahrensweg bis Ende 2026 weiter konkretisiert werden.

Für 2027 ist nach derzeitiger Planung die Errichtung eines Leitungsprovisoriums vorgesehen. Ab 2028 soll mit der baulichen Umsetzung der Phasenschiebertransformatoren begonnen werden. Parallel werden der Grunderwerb und die weiteren Projektvorbereitungen fortgeführt.

Der tatsächliche zeitliche Ablauf bleibt von den erforderlichen Genehmigungen und dem weiteren Projektfortschritt abhängig.

„Gerade weil das Projekt zunehmend konkreter wird, wollen wir die nächsten Schritte eng begleiten und die Interessen unserer Stadt und der Menschen vor Ort frühzeitig einbringen“, betont Havel.

Kontroverse Beratung über Energiewende und ländlichen Raum

Im Zentralausschuss wurde das Vorhaben auch kontrovers diskutiert. Dabei ging es unter anderem um Flächenverbrauch und die Auswirkungen großer Infrastrukturvorhaben auf Landwirtschaft und ländlichen Raum.

Gleichzeitig wurden die Anforderungen der Energiewende, des Netzausbaus und der Versorgungssicherheit thematisiert. Vor diesem Hintergrund stimmte der Zentralausschuss dem vorliegenden Beschlussvorschlag zur Zielabweichung zu.

Für Bürgermeister Havel bleibt insbesondere der weitere Prozess entscheidend:

„Mit diesem Verfahrensschritt sind noch nicht alle Fragen beantwortet. Wir werden das Projekt weiterhin konstruktiv und aufmerksam begleiten. Entscheidend ist für mich, dass Netze ein lebenswerter Ort bleibt, die Menschen transparent informiert werden und wir als Stadt unsere Entwicklung weiterhin aktiv mitgestalten können.“