Gemeinsame Presseinformation von RP und WSA

Veröffentlicht am: 24.06.2026

RP Kassel und WSA Weser

Regierungspräsidium Kassel
WSA Weser
PRESSEINFORMATION
Kassel, 23. Juni 2026
ZIEL: MEHR WASSER IN DER TALSPERRE ZUM SAISONSTART UND ZUVERLÄSSIGER
HOCHWASSERSCHUTZ: WSA WESER UND RP KASSEL BEREITEN NEUE UNTERSUCHUNGEN VOR

Gemeinsame Presseinformation des Regierungspräsidiums Kassel und des
Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Weser

 

Möglichst viel Wasser in der Edertalsperre speichern und dennoch saisonalen
Hochwasserschutzraum gewährleisten: Was zunächst nach einem Widerspruch
klingt, wird aktuell vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Weser und dem
Regierungspräsidium (RP) Kassel mit vertieften Untersuchungen ausgelotet. Ziel ist ein
erweiterter fachlicher Ansatz, um die Edertalsperre auch in längeren Trockenperioden
optimiert zu bewirtschaften. Die Auftragserteilung an auf derartige Fragestellungen
spezialisierte Experten zur Unterstützung der lokalen Fachleute bei der Entwicklung
eines operativen Steuerungsvorschlags steht unmittelbar bevor. Die anstehenden
Untersuchungen sollen gründlich und mit Bedacht durchgeführt werden. Erste
Ergebnisse werden Ende des kommenden Jahres erwartet.


Situativer Ansatz mit monatlichen Bedarfsszenarien
Der Hochwasserschutzraum der Edertalsperre könnte im Ergebnis u.U. „situativer“
werden, weg von einem starren bzw. geradlinigen Verlauf, hin zu einer Auswahl
monatlicher Bedarfsszenarien, abhängig von der mittelfristigen „Großwetterlage“.
Möglich sind allerdings auch Änderungen an Verlauf und Höhe der einzelnen
Monatswerte. Die Fachleute von WSA, Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) sowie
RP Kassel und Hessischem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (HLNUG)
habendie Datenlage bereits dahingehend vorausgewertet. Die detaillierte Bemessung
inklusive Auswahl und Integration geeigneter Vorhersagemodule wird aufgrund der
hohen Komplexität allerdings noch bis Abschluss der Projektphase andauern.
„Wir sind vorsichtig optimistisch, dass mit einem derartigen monatsbasierten Ansatz
die Wahrscheinlichkeit einer vollen Talsperre zum Saisonbeginn 1. Mai noch einmal
erhöht werden kann. Um das Hochwasserrisiko nicht zu erhöhen, arbeiten wir
statistisch abgesichert und nicht intuitiv“, so Maurice Jurke vom WSA Weser.
Regierungspräsident Mark Weinmeister ergänzt: „Wir sind bereits jetzt bemüht, unter
Berücksichtigung des Hochwasserschutzes das Optimum aus der Bewirtschaftung
herauszuholen. Mit dem neuen Ansatz könnten wir nochmals wertvolle Prozentpunkte
gewinnen, die die Zeit eines gut gefüllten Edersees verlängern könnten.“


Kernforderung der Edersee-Anrainerkommunen wird berücksichtigt
Mit diesem Ansatz kommen die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung und die
für den Hochwasserschutz zuständige hessische Wasserwirtschaftsbehörde einer
Kernforderung der Resolution der Edersee-Anrainerkommunen nach. Diese Resolution
forderte unter anderem, dass „hydrologische Bewertungen des
Hochwasserschutzraums unter Berücksichtigung aktueller Klimaprojektionen und
Wasserhaushaltsmodellierungen“ vorgenommen werden sollten, diese dürften
allerdings „nicht zu einer einseitigen Schlechterstellung der Unterlieger führen“.
Zwarkann eine volle Talsperre zum 1. Mai ein anschließendes niederschlagsarmes
Sommerhalbjahr bezüglich des Füllstandes nicht retten, die Saison aber durchaus
verlängern. Neben dem inzwischen etablierten „Wintersparbetrieb“ soll der neuerliche
Ansatz darauf hinwirken, dass die Bewirtschaftung mit einer vollen Talsperre im
auslaufenden Frühjahr in die Saison starten kann.

RP Kassel – Pressestelle
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WSA Weser
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27283 Verden